Meine erste echte Röhren/MOSFET Hybrid Endstufe


Einige werden sich Fragen was ich mit "echter" Hybridendstufe meine, dazu eine kurze Ausführung.

Inzwischen sind im Netz viele sehr günstige Hybrid Endstufen aufgetaucht mit hoher Leistung und hübschen Design Gehäusen, einige davon habe ich zerlegt und näher untersucht, allerdings war das fast immer eine Endstufe in IC Technik oder Transistortechnik mit MOSFET Leistungtransistoren, also nichts anderes als eine Transistor/MOS Endstufe mit Röhrenvorstufe was aber nicht heißen muss das so eine Kombination schlecht klingt, meist waren diese sogenannten Hybriden aus Chinaexporten aber so schlecht gefertigt das man mit jeder Oldtimer Endstufe klanglich besser fährt und von einem echten Röhrenklang weit entfernt ist.

Der erste echte Hybrid den ich gehört habe und der mich begeisterte ist der Vollverstärker Kora Explorer 90si den ich an anderer Stelle schon vorgestellt habe. Der große Unterschied zu Transistor/MOS/ Hybriden ist der typische Röhrenklang der auch in einigen Tests bekannter Fachzeitschriften als echte Röhre in der Spitzen- und Oberklasse angesiedelt wurde, mit den Vorteilen einer kräftigen 90W MOSFET Endstufe.

Dabei ist bei einem echten Hybriden wichtig das sich kein normaler Transistor im Signalweg befindet. Der Vorteil von MOSFET Transistoren ist ein Verhalten das dem einer Röhren Triode sehr ähnlich ist mit allen Vorteilen und auch einigen Nachteilen, gerade der Triodenähnliche Klang mit dem vom Menschen als angenehm empfundenen Klirrspektrum ist dabei wichtig. Im Netz gibt es einige echte Hybrid Schaltung meist A-Class Single Ender, klanglich optimal, aber bei Ausgangsleistungen von bis zu 60W mit riesigen Netzteilen und Kühlblechen die jedem Heizlüfter Konkurrenz machen können, funktionsfähige Gegentaktendstufe sind kaum zu finden und meist aufwendig.

Eine echte Alternative stellt die Schaltung der Kora dar die mit zwei Komplementär MOSFET Pärchen arbeiten, ein Endstufentransistor Paar mit 40A HEXFETs und ein winziges Treiber MOSFET Pärchen mit 0,25A Id das als Verstärker Treiber und Arbeitspunktreglung arbeitet, durch hohe Eingangsempfindlichkeit beider Paare ist nicht mehr erforderlich und diese pure MOS Endstufe kann so schon von einem CD Player angesteuert werden, bei der Kora Endstufe sorgen ein DC Offset und ein BIAS Poti  für die Arbeitspunkt- und Nullpunkteinstellung, leider recht unsymmetrisch.

Hier mein erster Testaufbau als Monostufe, es fehlt noch die Vorstufenröhre, grausam die Justage da sowohl Offset und BIAS sich gegenseitig beeinflussen, eine A-Class Justage war so fast nicht möglich, ohne Gegenkopplung nicht verwendbar, mit der treibenden ECC81 und der an g1 rückgeführten Gegenkopplung ergab sich dann aber der schöne Kora Klang, nachteilig die unsymmetrische Verteilung der Spannungen und Signal Einspeisung.

Hier die von mir die geänderte Schaltung, der N und P-FET Teil sind jetzt komplett symmetrisch aufgebaut, das DC Offset Poti entfällt und wird durch eine über Kreuz symmetrisch geführte BIAS Reglung ersetzt, auch die Signal Einspeisung ist jetzt über zwei Kondensatoren symmetrisch ausgeführt. Nun läßt sich der Ruhestrom jedes Endtransistors getrennt und auch problemlos im A-Class Betrieb einstellen, aber auch klanglich ein Quantensprung, bei der direkten Ansteuerung vom CD Player kann auf die Gegenkopplung verzichtet werden.

Nun der Abschluss des Mono Testaufbaues mit der ECC81 als Treiberröhre. Für die Röhre ist ein geregeltes Netzteil erforderlich um beim Anlauf ein hohes Startbrummen zu vermeiden, nach aufheizen ist die ganze Schaltung aber völlig brummfrei, die Gegenkopplung wurde jetzt stark zurückgenommen. Trotz Sparnetzteil spielt die Endstufe selbst bei hoher Leistung sehr offen und sauber und überfordert meine Testbox mit ca. 80W Sinus an 8 Ohm schon ein wenig.

Es folgt der Aufbau einer Stereoendstufe, geplant ist ein Verzicht auf Koppelkondensatoren mit einer neuen DC Tube/MOSFET Kombination.


mailto:  info@roehrensockel.de

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