Meine VR Brillen und mein Start in die Virtuelle Realität

In den 90er Jahren habe ich in den Niederlanden eine eigene Firma gehabt mit zwei Partnern die für den Verkauf und den CAD Bereich zuständig waren. Mein Part als autorisierter AutoCAD Dealer war die Konstruktion, Installation und der Service von CAD Rechnern, Servern und dem Netzwerk in größeren Architekten Büros im Raum Maastricht, aber auch für einige Universitäten. Für diese Universitäten haben wir damals schon Rechner aufgebaut für erste Versuche mit VR Brillen, allerdings mit damals noch geringen Auflösungen obwohl die Hardware Preise der Rechner im Bereich von Eigenheimen lag, die benötigte Grafikkarte wurde von der Fa. Elsa in Aachen extra gefertigt zu Preisen eines Sportwagens. Dort habe ich auch erste 3D Erfahrungen in 3D Studio Max und dem Unreal Editor 1 der dem 3D Studio irgendwie sehr stark ähnelte, also war ich schon ein wenig vorbelastet und als nach über 20 Jahren die Virtuelle Realität auch für normal Sterbliche erschwinglich wurde einen Neustart gewagt.

Mein erstes HMD war eine gebrauchte Acer AH100 die für 150 Euro angeboten wurde ohne Motion Controller, sie so zu kaufen war eine dämliche Idee den es stellte sich schnell heraus das man die nicht einfach so kaufen kann, nach einer langen Suche wurde ich dann bei Dell fündig allerdings hätte ich für den Gesamtpreis eine neue WMR VR Brille bekommen. Das nächste Problem folgte, obwohl mein Sunmicro Server Mainboard mit i7 und 64GB DRAM reichlich Power hatte lehnte die Installation die alte CPU ab, also musste neue Hardware her, so war das eigentlich nicht geplant, ich wollte doch nur testen, allerdings hatte ich nun doch Glück das ich im Herbst 2019 noch keine Mondpreise wie 2020/2021 zahlen musste. Dabei bin ich Asus treu geblieben und an Aufbau und Montage hat sich seit meinem ersten IBM PC 1982 nicht viel geändert mal abgesehen von der Größe der CPU Cooler und Grafikkarten. Um zu testen fiel meine Wahl auf ein Board der 9th Intel Gen. mit H Chipset, 16GB DRAM, und einer recht günstigen i5 6Core CPU ohne Grafikeinheit die ja sowieso nicht gebraucht wurde, schwieriger war die Wahl der Grafikkarte, klar war für VR 8GB DRAM und eine Dual GPU und da gibt's auch einige Mogelpackungen mit nur einer GPU und einem Risc CoProzessor. Die Wahl fiel auf eine ASUS Radeon Dual 580 OC 8GB die mit 200 Euro Preis Leistungssieger war und sie hat selbst bei schnelle VR Anwendungen nie Probleme gemacht. Damit war der Rechner mit 600 Euro Gesamtpreis bezahlbar und ein guter VR Start.

Nun klappte auch die Installation der Microsoft Mixed Reality Software problemlos, die Acer AH100 und die Dell Motion Controller wurden sofort erkannt, die Einrichtung der Raumgrenzen war einfach indem ich meinen Bereich, da noch 2,5 x 2,5 m mit der Acer verfolgt habe und beim Start stand ich nun in der Microsoft Villa am Meer und war begeistert, die Unterwasser Demo "The Blue" war dann so beeindruckend das es sofort klar war das ich ein neues Hobby habe.

Nach dem ich dann alle VR Demos und Rollercoaster durch hatte habe ich überlegt wie ich so was wie eine VR Umgebung selbst erstellen kann, da ich früher mit dem Unreal Editor gearbeitet habe habe ich erst mal den Unreal Editor 4 installiert und nach einigen Einstellungen auch einige 3D Objekte in VR anschauen können, da ich ja ein WMR HMD hatte habe ich auch einige Deutsche Microsoft Seiten zur Programmierung durchgelesen und dort favorisierte Microsoft Unity. Darauf habe ich dann auch die Unity Umgebung installiert aber um wirklich weiter zu kommen fehlte einfach eine gute Anleitung in Deutscher Sprache, die Entscheidung brachte dann das Buch "Virtual Reality-Spiele entwicklen mit Unity von Daniel Korgel das Beispiele zu allen gängigen HMDs am Markt brachte und dazu eine tolle Downloadseite auf der alle Beispiele verfügbar sind. Damit habe ich dann in 2 Wochen meine ersten VR Programme erstellt, da aber die Weltraum Flugsimulation die mich am meisten interessierte für eine Oculus Rift vorbereitet war und ich als Anfänger eine Portierung zu WMR nicht stemmen konnte muss also eine Rift her, die habe dann gebraucht für 300 Euro inkl. 360° Erfassung bekommen, damit lief mein erstes VR Programm in wenigen Stunden. Nach 6 Monaten Einarbeitung bin ich dann aber zu der Programmierung mit WMR zurückgekehrt auch weil die Microsoft Unterstützung mit den MRTK Paketen mit Deutschen Lehrgängen begleitet wird und von Oculus der Zwang zu Facebook nicht akzeptabel ist.


Meine bisherigen HMDs:

Acer AH100

Mein erstes HMD ist eine gute Einsteiger VR Brille und mit einer Auflösung von 2 x 1440 x 1440 stimmt das Preis/Leistungs- Verhältnis, andere WMR HDMs von Lenovo und Dell sind ähnlich aufgebaut und bieten eine gute Grafikqualität bei 90Hz, die WMR Motion Controller sind qualitativ hochwertig gefertigt und gerade für große Hände gut geeignet und bieten ein 360° Touchfeld, damit konnte ich bei Steam auch für Vive gesetzte Spiele nutzen.

Als großen Vorteil sehe ich die Nutzung von 2 Mignon Batterien je Controller, die schnell ausgetauscht sind, allerdings halten sie nicht lange aber da gibt es eine Alternative. Normale Akkus sind mit 1,2V ungeeignet weil sie eine schlechte Erfassung bringen und nach kurzer Zeit als leer gemeldet werden obwohl sie voll sind, optimal laufen NiZn Akkus die eine Spannung von 1,6V haben, damit kann ich mit 2500mAh Akkus selbst mit ständiger Vibration problemlos über 12 Stunden am Stück durchspielen was bei cyubeVR keine Seltenheit ist.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die instabile Erfassung allerdings treten diese Probleme nur auf wenn man sich nicht an die Vorgaben von Microsoft hält. Einer der Hauptfehler ist das der Bluetoothstick der für die Verbindung sorgt auf USB 3.0 oder 3.1 Ports gesteckt werden, sie gehören aber auf einen USB2.0 Port weil das Handling der USB3 Ports anders funktioniert.


Die aktuellen HMDs:

Zwei Samsung Qdyssey Plus mit Motion Controllern von Dell und Samsung

Die Valve Index mit aktuellen Lighthouse System und Valve und Vive Controllern

Die Lenovo Explorer mit Motion Controllern


Web Röhrenseite: www.roehrensockel.de  Web VR Bereich: www.roehrensockel.de/VR/

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Autor: Manfred Werner