Umbau eines Pioneer 5.1 DTS Receivers auf D-Class und Röhrenverstärker.

Da inzwischen meine Stromversorgung fast vollständig auf 12V Solarstrom umgestellt ist beginne ich mit einer neuen Geräteserie die mit 12V betrieben wird. Die Versorgung meiner Vorverstärker und Endstufen mit 12V wird durch Bleibatterien mit einer Gesamtkapazität von mehr als 2000 Ah sichergestellt die von Solarpanels mit einer Gesamtleistung von 3000W Sonnenleistung und 3 Windgeneratoren gespeist werden.


Schritt 1 Auswahl des Receivers und Ausbau der Endstufen.

Unter meinen alten Projekten habe ich bereits einen ersten Versuch gestartet und bei einem Panasonic SA-HE70 die sechs Kanäle ausgekoppelt und mit einer 6L6 und einer 4 Kanal PL84 Endstufe abgeschlossen, mit erstaunlich guten Erfolg, wie bereits in anderen Kombination erlebt und gehört ergibt die Kopplung Digitaler Komponenten mit Röhrenverstärkern und gute Symbiose. Leider rauschte der im HE70 verwendete Wandler zu stark. Als Alternative habe ich dann ein Gerät von Teufel angeschafft der ohne Endstufen alle 5.1 Dolby/DTS Funktionen mitbrachte aber auch dieser rauschte unangenehm stark. Nach testen einiger 5.1 und 7.1 Receiver blieben ein Denon und Pioneer Receiver in der engeren Wahl. Entscheidend waren ein überzeugender Klang, Rauscharmut und ein niedriger Anschaffungspreis, was allerdings den Denon aus den engeren Wahl nahm. Mein angeschaffter Pioneer VSX-D920 war innen zu verbaut für einen Innenausbau, da ich HDMI nicht benötige, meiner aktueller Sony TV steuert alle angeschlossenen HDMI Geräte automatisch, also war ein älteres Model ohne HDMI ausreichend. Zu bekommen waren da die Pioneer Receiver VSX-510 und VSX-710 wobei der 710 die meisten Ein/Ausgänge und auch ein gutes Lautsprecheranschlussfeld mitbringt, zusätzlich sind die Platinen dieser Baureihe untereinander austauschbar und alle Service Manuals zu bekommen, also wurden für unter 100,- Euro fünf defekte Geräte in der Bucht gekauft, das Schlachten und mein Projekt konnte starten.

Hier das Innenleben des VSX-510, die digitale Eingangskarte und die Flachkabel wurden entfernt, gut zu sehen die Endstufenplatine. Natürlich kann man diese Platine nicht einfach rausnehmen und durch andere Endstufen ersetzen den es befindet sich das kleine Netzteil für die Einschaltüberwachung, die Fernbedienungs Schaltung  und die Endstufen Überwachung auf dieser Platine. Rechts an der Front steckt eine Platine mit Flachkabel die die Front, Rear und Center Eingänge zur Endstufe führt und gleichzeitig das Ready der Endstufe auf Überlast und anderer Fehler abwartet, links an der Rückfront die Reglerplatine die mit den Trafospannungen versorgt wird und gleichzeitig zur Freischaltung der Lautsprecherrelais sorgt.

Die erste Aktion war die Simulation des Endstufen Ready Signals was simpel war, einfach gegen Masse gelegt ließen sich dann auch die Geräte mit defekten Endstufen einschalten, um dabei ein Abrauchen zu vermeiden habe ich in der Mitte den Gleichrichter und die Elkos der niedrigen Power Versorgung entfernt, die hohe Spannung, Elkos rechts wird noch benötigt schaltet aber die Endstufen intern nicht frei. Damit standen die sechs NF Signale zur Verfügung.

Hier die Front, ich ziehe die alte Bauform bei der alle Funktionen an der Front direkt bedienbar sind vor, zwar haben aktuelle Geräte eine sehr gute Bedienungsunterstützung per Smart TV aber ich halte nichts davon dafür jedes Mal den TV einzuschalten.

Testaufbau versorgt von einer Autobaterie, zum Ersetzen der ersten Spannungen, die Röhrenheizung des Displays wird normal mit einer Wechselspannung von 3-4V vom Hauptrafo versorgt, das übernimmt hier ein Step down Wandler mit dem sich die passende Helligkeit perfekt anpassen läßt, zusätzlich muss der Prozessor der das Display ansteuert mit einer negativen Gittervorspannung versorgt werden die mit der Heizung/Kathode gekoppelt sein muss dafür sind galvanisch getrennte DC/DC Wandler nötig.

Der erste Testaufbau, die Endstufe wurde weggeknackt, nur das Einschaltnetzteil bleibt stehen, noch versorgt der grosse Endstufentrafo.

Austausch gegen einen Ringkerntrafo der die Vorstufenstufen und Prozessoren versorgt, die direkte Versorgung mit 12V war erst mal nicht möglich weil der Prozessor auch die 50Hz der Netzspannung abfragt.

Ein zusätzlicher Ringkerntrafo der die D-Class Endstufen getrennt von Digitaltechnik versorgt.

Der fertige Endstufenaufbau, über sechs Trimmer können die Pegel der Eingangssignale optimal angepasst werden.

Erfolgreicher Abschluss der ersten Umbaustufe, anstatt der 86W der Originalendstufe werden im Ruhezustand nur noch 11W aufgenommen, die 6 x 15W Ausgangsleistung war auch für einen großen Wohnraum mehr als ausreichend, klanglich brachten die D-Class eine Verbesserung gegenüber den Original Endstufen.

 


Schritt 2 Umbau des zweiten Receivers auf 12V mit der neusten D-Class Technik.

Nach einer längeren Testphase des umgebauten VSX-510 Receivers nun schwierige Teil, Umbau des VSX-710 bei Verzicht auf alle Netztrafos was sich nicht einfach gestaltete, um dem Prozessor die abgefragten 50Hz des Netztrafos anzubieten war ein 50Hz Oszillator notwendig und eine Simulation der Einschaltlogik. Der Original Radio Tuner wurde entfernt und die abgefragten Signale simuliert und der freie NF Eingang über zusätzliche Chinchbuchsen nach außen gelegt um einen hochwertigen Marantz Tuner anzuschließen.

Hier finden jetzt aktuelle und bessere D-Class Endstufen Anwendung, eine Pegelanpassung war hier nicht mehr nötig. Das Subwoofersignal wurde von der Chichbuchse auf der Rückfront abgenommen so das jetzt an den Lautsprecheranschlüssen alle sechs Ausgänge zur Verfügung stehen. Im Gegensatz zum VSX-510 ist VSX-710 mit mehr Eingängen ausgestattet, RGB Ein/Ausgängen und einem digitalen optischen Ausgang. Die RGB Anschlüsse unterstützen auch Full HD und die Steuersignale kopple ich in der 3. Umbaustufe parallel auf eine HDMI Umschaltbox aus so das ich vier zusätzliche Full HD Quellen nutzen kann ohne auf die alten Anschlüsse für Videorecorder und Bildplattenspieler verzichten zu müssen. 

Abschließend konnte ich die Leistungsaufnahme nochmals von 11W auf 7W Grundlast absenken, ein Sparschwein ist geboren.

Das Projekt wird im 3. Teil fortgesetzt mit dem Umbau auf Röhrenendstufen wobei das Sparschwein wohl wieder geschlachtet wird.


mailto:  info@roehrensockel.de

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